Stählerne Giganten & glänzende Fassaden

Metall als Baustoff – das klingt erstmal kühl und steril. Dabei dienen Konstruktionen aus Stahl oder Designelemente aus Aluminium, Kupfer oder ähnlichen Materialien schon lange nicht mehr nur der Statik. Sie verleihen einem Bauwerk Individualität und Einzigartigkeit in der Gestaltung, sind wie eine Visitenkarte für Architekten, Bauherren oder für ganze Städte.

Das gilt für gigantische Bauten, aber ebenso auch für Mehr- oder Einfamilienhäuser. Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt dabei an immer größerer Bedeutung, Recycling und Green Building rücken immer mehr in den Mittelpunkt.


«Metall lässt sich beliebig oft wieder einschmelzen und in eine andere Form bringen.»


Nichtstandardisierte Metallkonstruktionen machen die Realisierung ungewöhnlicher Gebäude erst möglich und schaffen einen Mehrwert im urbanen Kontext. Dass Stahl bei komplexen Strukturen der Werkstoff der Wahl ist, wurde schon mit dem Bau des Pariser Eiffelturms klar. Das Olympiastadion in Peking ist aufgrund seiner den eigentlichen Baukörper ummantelnden Fassade als Vogelnest berühmt geworden. Die Realisierung des Guggenheim-Museums in Bilbao hat den Bilbao-Effekt geprägt, der das Phänomen beschreibt, wenn heruntergekommene Gebiete durch aufregende Architektur aufgewertet und so wiederbelebt werden.

Neue Gebäude, wie das Hafenhaus in Antwerpen, zeigen die Möglichkeit bauliche Herausforderungen formschön und architektonisch anspruchsvoll zu lösen, sogar alt und neu zu verbinden. Auch der Philharmonie in Luxemburg verleihen über 800 Stahlstützen ihre charakteristische Form einer Ellipse und umhüllen die eigentliche Fassade aus Metall und Glas.
     


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Aufwendige und einzigartige Stahlkonstruktionen gehören zur Königsdisziplin der Architektur. Für die Herstellung großer Sonderkonstruktionen aus Stahl werden innovative Technologien verwendet. Je nach Dimension geht der eigentlichen Bauzeit nicht selten eine jahrelange Planungszeit voran. Einzelne Stahlprofile müssen vorab detailliert entworfen und produziert werden, bevor sie an Ort und Stelle ihren Platz finden.

Stahl kann geschweißt, genietet oder geschraubt werden. Je nach verwendeter Verbindung ändert sich nicht nur die Tragfähigkeit, sondern auch die Optik des Bauwerks. Durch die hohe Festigkeit des Materials wird dabei besonders die Schlankheit der verwendeten Träger und Stützen, auch bei hohen Spannweiten, geschätzt. Wo Beton und Holz an ihre Grenzen der statischen Tragfähigkeit stoßen, ist beim Werkstoff Stahl noch lange nicht Schluss.

Auch die Recyclingfähigkeit lässt den Baustoff recht positiv dastehen. So lässt er sich beliebig oft wieder einschmelzen und in eine andere Form bringen.

Moderne Art des gehobenen Wohnens
     


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Auch bei kleineren Gebäuden bis hin zu Einfamilienhäusern findet Metall immer häufiger als High light bei der Gestaltung Verwendung. Das Material dient dabei längst nicht mehr nur der eigentlichen Konstruktion des Gebäudes. Moderne Fassaden aus Stahl und Aluminium sind auf dem Vormarsch. Ihr Einsatz garantiert neben einer glatten Oberflächenstruktur eine optimale Funktionalität bei höchster technischer Sicherheit. Ob bei der Gestaltung von Neubauten oder der Sanierung von Fassaden am Bestand – die Gestaltungsspielräume für modulare Systemfassaden und individuell gefertigte Gebäudehüllen aus Metall werden immer größer.

Denn heute muss eine Hausverkleidung auch weiteren Anforderungen entsprechen, die sich mit dem Zeitgeist ändern. Wenn Know-How und die neuesten technischen Standards zusammentreffen, wird aus einem Gebäude nicht nur ein echter Hingucker, sondern auch ein effizientes Konstrukt in Sachen Energie.

Eine Aluminiumfassade lässt sich von keinem Unwetter niederschlagen und schützt sich sogar selbst vor Korrosion, denn bei der Reaktion mit dem Sauerstoff in der Luft wird eine natürliche Oxidschicht gebildet, die sich wie eine Schutzhülle über das Material legt. Auch ökologisch spielen Fassaden aus Aluminium in der Profi-Liga. Viele Hersteller bieten Produkte mit einem hohen Anteil an recyceltem Material an. Was den Rückbau angeht, so liegt die Recyclingquote bei über 90 Prozent. Dieser fast endlose Lebenszyklus des Aluminiums spricht für seine Nachhaltigkeit und macht es mit seiner langen Lebensdauer, dem geringem Pflegeaufwand sowie seinem Beitrag zur Energieeffizienz in Gebäuden zu einem hochgeschätzten Werkstoff. Und dank einer enormen Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten verleiht es jedem Haus eine ganz individuelle Note. Text: Amelie Schäffer